MRT-Zeichen von MCL- und LCL-Rissen im Knie: Bandzerrungsgrade
Das mediale Kollateralband (MCL) und das laterale Kollateralband (LCL) sind die primären Stabilisatoren gegen Valgus- und Varusstress am Knie. MCL-Verletzungen sind deutlich häufiger und entstehen typischerweise im Kontaktsport oder durch direkte Schläge auf die laterale Knieseite, während LCL-Risse durch Varusstress oder Hyperextensionsmechanismen verursacht werden.
Typische Symptome
- Schmerz und Druckschmerz direkt über dem medialen oder lateralen Kniegelenkspalt
- Valgus- oder Varusinstabilität beim seitlichen Belastungstest
- Schwellung lokalisiert an der Innen- oder Außenseite des Knies
- Schwierigkeiten beim Gehen, besonders auf unebenem Untergrund
- Hämatom entlang des medialen oder lateralen Knies nach Trauma

Eine sinnvolle Knie-MRT-Beurteilung endet nicht beim Band. Sie sollte auch kompartimentspezifische Knochenprellungsmuster, nahegelegene Meniskusverletzungen und kombinierte Kreuzbandtraumen wie einen VKB-Riss prüfen. Diese Begleitbefunde erklären oft, warum sich eine Zerrung Grad 1 oder Grad 2 trotzdem instabil anfühlt.
Worauf wir in der Bildgebung achten
- Hohe Signalintensität innerhalb oder um das Innenband (MCL) oder Außenband (LCL) im koronalen MRT
- Bandverdickung, Wellung oder komplette Faserdiskontinuität
- Periligamentäres Ödem und subkutane Weichteilschwellung
- Gradklassifikation basierend auf Faserintegrität und Aufklappbarkeit
- Begleitendes Knochenödem-Muster im gegenüberliegenden Kompartiment
- Begleitende Meniskusrisse oder Kreuzbandverletzungen
Häufige Fragen
Wie graduiert die KI MCL- und LCL-Risse im MRT?
Bei Grad I bleiben die Fasern intakt, bei Grad II sind einige gerissen und bei Grad III liegt ein vollständiger Riss vor; die Untersuchung prüft die Stabilität. KI kann keinen klinischen Verletzungsgrad festlegen.
Welche MRT-Sequenzen eignen sich am besten für die Kollateralbandbeurteilung?
Koronale PD-fettsupprimierte Sequenzen bieten den klarsten Blick auf MCL und LCL über ihre volle Länge.
Wann erfordert eine Kollateralbandruptur eine Operation?
Isolierte MCL-Risse Grad I–II heilen in der Regel konservativ. Vollständige Grad-III-Risse, insbesondere des LCL oder solche mit posterolateraler Eckenverletzung, erfordern oft operative Reparatur oder Rekonstruktion.
Quellen
- Hughston JC, Andrews JR, Cross MJ, Moschi A. Classification of knee ligament instabilities. Part I. The medial compartment and cruciate ligaments. J Bone Joint Surg Am. 1976;58(2):159-172.
- Hughston JC, Andrews JR, Cross MJ, Moschi A. Classification of knee ligament instabilities. Part II. The lateral compartment. J Bone Joint Surg Am. 1976;58(2):173-179.
- Fetto JF, Marshall JL. Medial collateral ligament injuries of the knee: a rationale for treatment. Clin Orthop Relat Res. 1978;(132):206-218.
- Schweitzer ME, Tran D, Deely DM, Hume EL. Medial collateral ligament injuries: evaluation of multiple signs, prevalence and location of associated bone bruises, and assessment with MR imaging. Radiology. 1995;194(3):825-829.
- American Academy of Orthopaedic Surgeons. Collateral Ligament Injuries. OrthoInfo.
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